Laguna Bacalar, Mexico


Nach der lauten und heißen Nacht nach der Vollmondparty ziehen wir weiter Richtung Süden. Wir haben von unserem mexikanischen Freund Alberto einen Tipp bekommen und steuern Bacalar an. Die Laguna Bacalar ist ein Süßwassersee mit türkisblauem Wasser und Karibikfeeling. Auf der Suche nach einem Stellplatz, sehen wir wieder ein dunkelgraues Expitionsmobil unter Palmen stehen...das kennen wir doch...unsere holländischen Overlanderkollegen ("Overlander": so werden Leute genannt, die für längere Zeit mit einem Fahrzeug unterschiedliche Länder und Kontinente bereisen)! Wir gesellen uns zu Ihnen und dürfen hier am See neben einem Hostel für € 6,-/p.P. inkl. desayuno (Frühstück) stehen bleiben. Kinder bezahlen wie so oft in Mexiko nichts und dürfen auch kostenlos frühstücken (die haben Anian noch nicht hungrig erlebt...ach ja...heute Abend gibt´s auch nichts mehr zum Essen:-))...).

Anian möchte von diesem tollen See ein paar Drohnenaufnahmen machen und so bereitet er alles vor, schaltet das Gerät ein und startet in die Luft. Dieser Drohnensound hat aber die beiden Hunde des Hostels so nervös gemacht, dass sie die Drohne als Jagdopfer auserwählt haben. Sie laufen auf den Steg und wie abgestellte Jadghunde lassen sie die Drohne nicht mehr aus dem Blick und verfolgen die Drohne auf dem Steg jeden Zentimeter hin und her. Alle Hostelgäste finden das lustig nur einer nicht...Anian. Beim Versuch die Drohne zu landen versucht ein Hostelgast die Hunde sogar festzuhalten, doch sie reissen sich los. Die Drohne kann definitiv nicht auf dem Steg gelandet werden. Also bleibt uns nichts anderes übrig, dass Papa ins Wasser geht und die Drohne in der Luft in Empfang nimmt. Gesagt getan und Anian kann die Drohne noch gerade rechtzeitig in Papas Hände fliegen, bevor doch tatsächlich einer der beiden Hunde ins Wasser springt und total enttäuscht ist, als das Geräusch auf einmal weg ist. "The Eagle has landed"...alles geschafft!

Wir genießen den fabelhaften Tag an der malerischen Lagune, hören mit den jungen Leuten Chill-Out-Musik und baumeln in der Hängematte. Dann setzt ein heftiger Regenschauer mit Gewitter ein, was aber auch nichts außergewöhnliches ist, weil wir ja Regenzeit haben und es manchmal am Tag einen kurzen Schauer gibt.

Doch dann passiert etwas, was unser Leben nachhaltig prägen wird: Direkt neben uns schlägt der Blitz ins Wasser ein. Dieses Erlebnis kann man wohl kaum in Worte fassen, wir sind auch Stunden danach noch geschockt und müssen immer wieder darüber sprechen. Dieses Geräusch werden wir nie wieder vergessen, als sich der Blitz nur ein paar Meter neben uns im Wasser entlädt. Funken spritzen auf der Wasseroberfläche, der Blitz steht wie eine gleißend helle Säule für Sekunden in der Luft und das Knallen der Energieentladung lässt uns erschaudern. Das Donnern ist so laut, wie wir wohl in der Natur nie etwas Lauteres gehört haben. Für einige Momente weiß niemand, was eigentlich passiert und der Schock fließt in all unsere Glieder. Alle stehen in Schockstarre da und in Millisekunden ist klar, dass wir so schnell wie möglich vom Steg müssen, bevor vielleicht der nächste Blitz uns trifft. Wir laufen schnell in Richtung Expeditionsmobil als hinter uns nochmals ein Blitz ins Wasser einschlägt. Man möchte sich das Szenario nicht ausmalen, wenn wir nicht so viel Glück gehabt hätten und Papa nutzt die vielen Fragen für eine abendliche Multimediallehrstunde über das Thema "Gewitter und Blitze"...und schlafen bei prasselndem Regen in den Armen von Mama und Papa ein.


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