Cordillera Blanca, Perú


Heute ist es soweit und wir kommen zu einem von Papas Highlights der Reise: Die Cordillera Blanca in den nördlichen Anden. Sie ist mit einer Länge von 180 km und mehr als 50 Bergen über 5700 m die höchste Gebirgskette außerhalb des Himalayas und nur schwer in Dramatik und Schönheit zu toppen.

Wir haben wirkliches Glück mit dem Wetter und begeben uns in den Huascarán Nationalpark. Gleich zu Beginn treffen wir auf zwei Lagunen, die uns mit türkisfarbenem Wasser in ihren Bann ziehen. Die Höhe von 4.000m merken wir wieder einmal beim Spaziergang und schnaufen alle die klare Luft. Beim Mittagessen mit wunderschönem Ausblick auf Perus höchsten Berg, den schneebedeckten Huascarán (6.768m), ist das aber gleich wieder vergessen und wir sind wie verzaubert von der atemberaubenden Landschaft. Ehrfürchtig stehen wir vor den Sechstausendern und kommen uns ganz klein vor...

Jetzt müssen wir über den Pass auf knappe 5.000m und schleichen auf der weltberühmten ungeteerten Straße um die Kurven. Die Strecke von 8,5km teilt sich auf 28 Haarnadelkurven auf und wir brauchen dafür Stunden. Die Mädels schreien bei der Fahrt am Abgrund und werden von Stresshormonen überflutet. Diese engen Kurven mit einem 12-Tonnen-LKW sind teilweise nur mit Zurücksetzen in luftiger Höhe zu schaffen und sind bei maximalen Steigungen und bröckelndem Kies eine reine Zitterpartie.

Zu allem Überfluss spüren Mama und die Kinder zum ersten Mal die Auswirkungen der Höhenkrankheit (waren zu schnell mit der Akklimatisation) und Valentina fängt das Spucken an. Das fehlt uns gerade noch, in schwindeliger Höhe der ganze Klamottenwechsel und der Geruch bei eh schon dünner Luft... Durch die hektische Aktion wird auch noch Anian ganz schwindelig und wir wollen jetzt nur noch nach unten...

Doch dann muss sich natürlich auch noch unser Fahrzeug bemerkbar machen. Die Bergauffahrt war überhaupt kein Problem doch bei der Bergabfahrt mit schrecklich schlechtem Diesel aus Ecuador und schrecklich dünner Luft kann zeitweise nicht mehr heruntergeschaltet bzw. überhaupt geschaltet werden, da das Fahrzeug das Zwischengas für den Schaltvorgang nicht durchführen kann. Papa versucht im geeigneten Gang und Retarder (Motorbremse) die Strecke bis 3.800 m zu überbrücken, denn ab dieser Höhe läuft wieder alles ganz normal. Wir werden uns in Lima mit Dieseladditiven eindecken und dann noch einmal die Höhentauglichkeit unseres Exibis testen.

Rückblickend werden wir alles Negative vergessen und bleiben aber werden die spektakulären, dramatischen und unvergleichlichen Eindrücke der Anden.


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