Trampolin de la Muerte, Kolumbien

Thursday, December 22, 2016


 

Die Kinder springen sofort in der Früh raus und spielen mit ihren neuen kolumbianischen Freunden. Die Nachbarn interessieren sich für unser Gefährt und ein sehr junger Mann spricht hervorragendes Englisch. Papa lädt kurzer Hand Nicolas zum gemeinsamen Abschiedsmittagessen mit den Friseurinnen ein, um als Dolmetscher zu fungieren. Wir essen richtig kolumbianisch und erfahren viel über das Leben der beiden alleinerziehenden Mütter, die sich zusammen mit ihren Kindern ein Haus teilen. Wie immer fällt der Abschied schwer und wir verdrücken unsere Tränen.

 

Nach dem Mittagessen machen wir uns auf den Weg Richtung Pasto und müssen eine der gefährlichsten Strassen der Welt nehmen. Folgende Informationen konnten wir im Vorfeld herausfinden:

 

"Die im Süden Kolumbiens gelegene Straße, die durch das Sibundoytal geht und die Orte Mocoa und San Francisco im Department Putumayo verbindet, ist eine der gefährlichsten Straßen der Welt. Die Straße wurde 1930 gebaut und hat jedes Jahr sehr viele Tote zu verantworten. Verschiedene Quellen berichten von über 500 Toten im Jahr 2011. Die Straße ist auch bekannt als "Trampolin del Diablo" (Trampolin des Teufels), "Adios mi vida" (Auf Wiedersehen mein Leben) oder "Trampolin de la Muerte" (Trampolin des Todes).

 

Wir starten also auf dieser Straße und planen eine Fahrtzeit von ca. 4 Stunden ein. Die ungeteerte Straße führt in Serpentinen in die Höhe, hat 400 m ungesicherte Abhänge und ist grösstenteils einspurig. Wir kommen nur sehr langsam voran, da uns immer wieder LKWs und PKWs entgegenkommen. Wenn sich zwei Fahrzeuge auf dieser Straße treffen, ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass der Aufwärtsfahrende Vorfahrt hat. Ergo haben wir sehr oft den grossen Vorteil, dass wir nicht rückwärtsfahren müssen. Als wir um eine Kurve fahren, sehen wir wie ein Kleinbus feststeckt. Von vorne und von hinten stauen sich die Autos und auch wir stecken im Stau fest. Mama und die Kinder glauben schon hier übernachten zu müssen. Ein LKW zieht den Kleinbus mit einem Strick (!) aus dem Schlamm und nach ca. 30 min. geht die Fahrt auch schon wieder weiter. Es wird dunkel und die Fahrt auf dieser Strecke wird bei Dunkelheit noch gefährlicher. Wir klemmen uns einfach an den LKW vor uns und haben so ein wenig Sicherheit. Es wird immer später und später. Wer kennt nicht das Gefühl, im Auto zu fahren und ewig nicht anzukommen. Doch endlich haben wir es geschafft und nach 6 Stunden bzw. 20:00h erreichen wir das erste Dorf.

 

Schnell einen Schlafplatz suchen und ausruhen, aber wo? Wir fahren in das nächste Dorf. Auch kein guter Schlafplatz. Bei der Einfahrt in das dritte Dorf lesen wir "Colon" und auf einmal schiesst es Papa wie ein Blitz durch den Kopf, was Jörg aus Popayán so nebenbei gesagt hat: "Peter Hiller von Colon im Sibundoytal heisst Euch herzlich willkommen!" Papa zieht das Handy, schaut in seinen Kontakten und findet doch tatsächlich die Nummer von Peter Hiller. Papa wählt die Telefonnummer und es meldet sich mit Hamburger Dialekt Peter. Er hat uns schon erwartet und wenn wir jetzt noch 300m weiter fahren, dann sehen wir schon wie er auf der Straße steht und winkt. Wir sind völlig baff und erleben ab dem ersten Moment eine unglaubliche Gastfreundschaft, die wir unser Leben lang nicht vergessen werden. Peter und seine Frau Magola bereiten uns einen herzlichen Empfang in ihrem wunderschönen Haus, die Kinder fühlen sich sofort wohl und Magola kocht uns noch um halb zehn ein köstliches Abendessen.

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